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Bericht vom Italiencup 2017

30.03.2017

Bericht vom Italiencup Kalterer See 2017 – Blütenregatta 25.-26.3.2017

Nun sind alle wieder hoffentlich unfallfrei zu Hause angekommen. Mehr als 1000 km zurückzulegen, um an einem Wochenende eine Regatta zu segeln, da muss schon etwas Besonderes angestanden haben: Die von vielen so geschätzte Blütenregatta auf dem Kalterer See stand an. Vormals schon mal Alpensee-Meisterschaft genannt, hinlänglich als „Italienische Meisterschaft“ beschrieben. Stimmt zwar nicht, hört sich aber super an.

 

Was ist es nun, was den Reiz dieser Regatta ausmacht? Es ist die erste Regatta im Kalender - aber das allein wäre ja kein Grund, so weit zu fahren. In Kaltern und an der Weinstraße ist es zu dieser Jahreszeit schon warm. Sonne pur, der Frühling ist (garantiert!) schon da, fast alle Büsche und Bäume blühen. Ein schöner Kontrast zum verregneten und kalten Wetter bei uns im Norden und ein toller Auftakt fürs Segeljahr. Der Wein und die alten Freunde sind zusätzliche Gründe, sich auf den Weg zu machen. Eine Gruppe von 9 Seglern war vorher schon, gemeinsam mit Rolli, auf dem Gardasee trainieren. Ich war auch dabei. Der Wind war leider nur an einem Tag mit knapp 3 Bft gut segelbar, die Umgebung hat das aber wieder ausgeglichen. Wir haben Starten und Manöver geübt, bis der Arzt kam. Hatten eine tolle Zeit und bekamen gute Tipps von Rolli, der wieder einmal neuen O-Jollen-Seglern und bereits Erfahrenen die Geheimnisse der O-Jollen näher brachte. Das braucht unsere Klasse mehr denn je. Danke dafür und Kompliment an Rolli.

 

Nun zum Italiencup 2017

 

Ausrichter: SVKS mit ASV

Teilnehmer: Insgesamt 60 aus ITA, GER und AUS

4 Boote Klasse 470, 20 Finns, 25 O-Jollen und 6 Laser

Gestartet wurde auch in dieser Reihenfolge.

Startbereitschaft: An beiden Tagen jeweils 13:00 Uhr

Wetter: sehr sonnig und frühlingshaft am Samstag

bewölkt am Sonntag

Wind: am Samstag mäßig (3 Bft abnehmend)

am Sonntag starker Wind (6 Bft zunehmend mit 7 Bft Böen)

(Info Wettfahrtleitung)

Temperatur: In der Sonne sicherlich 24 Grad C

Wassertemperatur 13 Grad

Kurs: Dreieck und dann Up and Down

Ablauftonne an Luv, Ziel rechts neben der Startlinie

Wettfahrtleitung: Presidente Piergiorgio Salvadori

Eros Angeli

August Atz

 

Wer schon mal in Kaltern war, der kennt es: Aufgrund des thermischen Reviers setzt der Wind erst nachmittags ein - wenn er denn überhaupt kommt. Also Startbereitschaft 13:00 Uhr. Das hat noch keinen nervös gemacht, zumal nach der offiziellen Begrüßung ein Mittagessen mit immer wieder reichlich belegten Platten und gutem Wein aufgetischt wurde. In diesem Punkt setzt der Club echt Maßstäbe und alle konnten reichlich Proviant bekommen, auch die mitgereisten Gäste. Eine sehr freundliche Aufnahme und motivierende Worte des Präsidenten ließen uns die Boote fertig machen. Aber zunächst war Warten angesagt. Bis es auf einmal sehr unruhig wurde und alle aufs Wasser gingen.

 

Erster Start am Samstag war um 15:30 Uhr. Der Wind war stabil mit 3 Bft und er versprach ein gutes Rennen. Als die 470iger und Finns raus waren, waren auch die O-Jollen mit 25 Startern bereit. Die erste Regatta im Jahr scheint für einige doch eine nervöse Situation darzustellen, wie sich später zeigen sollte.

Es ging auf die Bahn und die bekannten O-Jollen-Größen waren auch vorne. Bei mir lief der Start super und auch meine Kurswahl spülte mich an der Luv-Tonne auf den 3. Platz hinter Rolli und Olaf. Knut war hinter mir und ich konnte meine Positionen bis zur Lee-Tonne behaupten. Der Wind fiel in sich zusammen und so hatte die Regattaleitung ein Einsehen und schoss an der Lee-Tonne ab. Ein echtes Short Race. Am Start war doch was passiert (die Betroffenen an Land wollten das gar nicht wahrhaben): Rolli und Michael hatten einen Frühstart. Und so wurde Olaf Sieger, ich Zweiter und Knut Dritter. „Das war doch mal ein Auftakt“, dachte ich mir, eine Platzierung zwischen den Wahrendorf Brothers. Das musste aber erst einmal bestätigt werden.

Und für den Abend lud der Club zum Pasta-Essen mit tollen Weinen aus der Region ein.

 

Am Sonntag reisten schon ein paar Segler ab. Leider auch Rolli, so dass die anstehenden Wettfahrten ohne ihn stattfanden. Der Himmel war bewölkt und etwas Kräuseln auf dem See. Zur Mittagsessen-Zeit noch kein segelbarer Wind. Ab 13:00 Uhr wurde es dann aber deutlich anders. Als um 13:30 Uhr der zweite Lauf gestartet wurde, waren es bereits 5 Bft und zunehmend. Also Attacke! Am Start war die Luv-Seite etwas bevorteilt - es wurde also eng an der Startlinie.

 

Zu Knut und Olaf gesellten sich während des Laufes noch Aki, Jörn und Armin. Beim meinem Zieleinlauf an 5. Stelle liegend, sah ich direkt vor mir noch ein schönes taktisches Manöver von Aki an Jörn. Aki fuhr direkt hinter Jörn und etwas in Luv an vierter Stelle liegend Jörn einfach an der Ziellinie vorbei. Jörn war ihm zu nah und konnte nicht wenden, um das Ziel anzulegen. Als Aki das Ziel anlegen konnte, wendete er und fuhr durchs Ziel. Aki überholte ihn an der Ziellinie und wurde Dritter. Das Spielchen hat Jörn bei mir allerdings nicht mehr zugelassen...

 

Während der Vorbereitung auf den dritten Lauf wurde der Wind stärker und hatte durchgängig 6 Bft. Die Segel knallten ganz schön. Also ging es los mit „Männer-Wind“. Die Anzahl der mutigen Segler hatte sich in der Zwischenzeit auf weniger als der Hälfte des Vortages reduziert. Das habe ich aber erst auf der Ergebnisliste so richtig wahrgenommen, denn auf dem Kurs tobte es. Wind satt, heiße und enge Manöver auf der Bahn. Ich kam nicht so gut aus dem Start heraus, konnte mich aber befreien und mit Armin an der Club-Seite bei etwas stabilerem Wind gut aufkreuzen und nach einem Holschlag mit dem richtigen Wind dann deutlich Plätze gut machen. Knut in bewährter Form an erster Stelle und Olaf direkt dahinter. Als wir ums Luv-Fass fuhren, fing der Ritt auf der Kanonenkugel an. Halsen noch kein Problem. Aber der richtige Sturm sollte ja erst noch kommen und er kam mit Gewittergrollen, spätestens als wir wieder auf der Kreuz waren. Der Kalterer See zeigte Zähne und sein wahres Gesicht. Er strafte damit alle, die ihn vorher als Leichtwind-See belächelt hatten.

Beim zweiten Mal an der Luv-Tonne lag ich an dritter Stelle hinter Knut und Olaf und kaum war alles für den Vorwindkurs eingestellt, trafen uns richtige Hammerböen. Die O-Jolle wechselte einfach mal in den FD-Modus und fing an voll zu surfen. Die Zügel ein wenig angezogen, rauschten wir auf die Lee-Tonne zu. Nur Fliegen ist schöner! Das haben drei der verbliebenen Segler wohl zu wörtlich genommen und sind gekentert. Halsen war jetzt nicht mehr nur eine Frage von Mut.

Ums Lee-Fass rum und ab ins Ziel. Die Reihenfolge an der Spitze hatte sich nicht mehr geändert.

 

Das Feld war sehr zerrissen, doch um die Plätze 4-7 wurde bis zuletzt heftig gekämpft. Wir warteten, ob es noch einen vierten Lauf geben würde. Aber die Wettfahrtleitung hat bei beständigem 6 Bft (in Böen 7 Bft) und drohendem Gewitter die Wettfahrt beendet. Den diesjährigen Italiencup in Kaltern hat Knut punktgleich vor Olaf gewonnen. Herzlichen Glückwunsch! Mit zwei ersten und einem dritten Platz. Toll gesegelt! Ich freue mich ebenfalls über meinen dritten Platz in dieser Serie.

 

Was für eine Wettfahrt und was für eine Windentwicklung. Echt der Hammer!

 

Es hat sich gelohnt. Frühling, Sonne und Segeln, das wünschen wir uns doch alle.

Italiencup 2018: Wir sind am Start!

 

Grüße von Johannes (GER 8)

 

PS.: In 2018 wird wieder von Freitag bis Sonntag gesegelt. Hat der Club mitgeteilt.

 

 
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