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Bericht Sommerpokal Diemelsee 2017

05.06.2017

Sommerpokal 2017 / Diemelsee

 

Wie schon in den Jahrzehnten zuvor klingelte kurz vor Weihnachten das Telefon:

Jürgen Mölders, der Designmaler i.R. aus Essen, war am Gerät und begann ohne

Umschweife mit der Frage: Hömma, wie iset, kommse im Mai anne Diemel?

Ja hömma, wat willse da sagen?? Nein geht garnicht. Er bemerkte mein Zögern

natürlich und bot mir sogleich seine Hilfe bei der Anmeldung zur Regatta an.

Schinken-Ralf nahm dieses großzügige Angebot des Diemelgeiers nicht an. Er zog es vor, sich bei einer seiner halsbrecherischen Radtouren den Oberschenkel zu brechen.

Ich halte dieses Vorgehen ja für maßlos übertrieben, denn so schlimm ist die Diemel ja auch nicht. Nun muß er sich an Krücken – pardon Gehhilfen – fortbewegen und hat wohl die restliche Segelsaison schon hinter sich. Schade drum!

Am 19. Mai dann die Anreise. Der Tag war grau und nass. Am Ort des Geschehens angekommen wurde ich sogleich angemacht und gefragt, warum ich denn dieses Schietwetter mitgebracht hätte. Ansonsten aber ging alles fix: Stellplatz, Stromanschluß etc. Alles Roger.

Nach einem Begrüßungskaffee in der mölderschen Sommerresidenz sah die Welt schon weniger feucht aus.

So nach und nach trudelten die O-Jollies ein. In den Niederlanden gab es an diesem

Tag keine Staus auf den Autobahnen, denn ein Großteil der Bevölkerung war an der

Diemel, um dort in den See zu stechen. Sage und schreibe sechs unserer westlichen

Nachbarn hatten gemeldet. Fünf waren angereist. Erik van den Broek war wegen

irgendwelcher widrigen Umstände verhindert und konnte nicht in das Geschehen

an Land und auf dem Wasser eingreifen.

Am nächsten Morgen wurde es dann ernst. Boot aufbauen und runter damit an das

Seeufer. Der Wind schien es gut mit uns zu meinen. Es sah nicht nach einer Kreuz

im 'Kanal' aus. Der Wettfahrtleiter Axel gab sein Bestes und legte einen up and down-

Kurs aus. Der Wind zeigte sich zickig und wedelte so hin und her.

Die erste Wettfahrt wurde gestartet und dann wegen der Dreher wieder abgebrochen.

Warten war angesagt. Wir überbrückten diese Zwangspause und plünderten das

Kuchenbufett. Das heißt, wir versuchten es, aber die fleißigen Damen hatten wohl seit Tagen nur Torten gebacken. Sie holten immer neue Köstlichkeiten herbei.

Dann ein zweiter Start. Man konnte die leichten Böen gut kommen sehen und auch die blanken Parkplätze auf dem Wasser, die der Diemelgeier eigens für die Segeltouristen hatte anlegen lassen, damit diese in aller Ruhe die Schönheit der

Landschaft genießen konnten.

Was war das für ein erhebendes Gefühl, die Luv-Tonne als Zweiter zu runden!

Die Verfolger noch 'meilenweit' entfernt. Auf dem Weg nach unten lief 'Lupus' wie

Schmidts Katze. Bis ich in dieses windleere Ölfeld fuhr und beobachten mußte, wie meine Verfolger locker vorbeizogen. Seitdem habe ich nächtens leichte Albträume.

Die zweite Wettfahrt ging glatt über die Bühne. Wieder hatten

die beiden Malermeister ihre Nasen vorn. In ihrem Kielwasser Jan van Amerongen, der nach seiner ausgeheilten Verletzung seine Do-Si-Do Nl. 666 wieder segeln kann.

Es gab keine Proteste und Uwe Westerkamp, der als Schiedsrichter fungierte, hatte

eine geruhsames Wochenende.

Am Abend hockten wir dann im Gasthaus, wo uns der Wirt ein leckeres münster-

ländisches Gericht, Potthast, vorsetzte. Dann folgte die übliche Tombola. Ich bekam einen kleinen Reiseföhn namens 'Hairbert', den ich schon in meine Jolle eingebaut

habe. Mit seiner Hilfe werde ich zukünftig die Parkplätze auf dem Wasser leichter

verlassen können! Ansonsten verlief der Abend ruhig und gesittet. Es wurde nicht auf den Tischen getanzt und es gab auch keine Ruderregatten auf dem Fußboden.

Am Sonntag ließ der Wind keine 3. Wettfahrt zu.

Vor der eigentlichen Siegerehrung gab es dann noch einmal Kuchen satt. Zudem hatten die Damen eimerweise Kartoffelsalat vorbereitet und reichten dazu knackige Würstchen ohne Ende.

Es war ein schönes und nahrhaftes Wochenende. Dank an Susi und Jürgen und all die

hilfreichen Hände an Land und auf dem Wasser.

 

Dann bis die Tage... Lupus 1466

 
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