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Bericht Müggelpokal 2016

11.03.2017

Müggelpokal 2016

 

Der SV Rahnsdorf hatte mal wieder zum Müggelpokal geladen, auf dem größten und damit wohl auch seglerisch schönsten Segelrevier Berlins. Bei schönstem Wetter fanden dennoch nur 15 O-Jollensegler den Weg dorthin. Kaum nachvollziehbar, ist der SV Rahnsdorf für seine große Gastfreundschaft, seine tolle Lage und nicht zu vergessen seine professionelle routinierte Wettfahrtleitung bekannt. Es ist eine reine O-Jollenveranstaltung, keine weiteren Klassen auf dem See, die einem die Wettfahrten vermiesen könnten…

Die besagte Wettfahrtleitung machte sich auch gleich auf den Weg die Windverhältnisse auf dem See zu prüfen, um uns nicht unnötig aufs Wasser zu schicken und um dort unnötig rumzudümpeln. Wir vertrieben uns die Wartezeit mit allerhand Smalltalk über „Gott und die Welt“ und natürlich übers Segeln und unsere Boote. Mathias hatte sich ein „neues“ Boot zugelegt und dessen Ex-Besitzer Sebastian auch gleich mitgebracht. Letztendlich trafen wir uns unter dem Vordach vor der Kneipe und versüßten uns die Zeit mit ´nem Bierchen oder Radler. Die Gemütlichkeit fand aber bald ein Ende als doch etwas Wind einsetzte und wir von Ralf dem Wettfahrtleiter auf den See geschickt wurden.

An den genauen Ablauf beim ersten Start kann ich mich nicht mehr erinnern, lediglich an die Situation danach an Tonne 1. Während sich ein Großteil des Feldes auf Grund mangelnder Windvorkommnisse noch vergeblich bemühte um die Tonne zu kommen, segelten frisch und wahrscheinlich fröhlich Sebastian und Mathias schon weit voran in Richtung Leemarke. Ihre Vorfreude auf ein erhofft gutes Ergebnis wurde jedoch durch ein 3-maliges Tuten aus Richtung des Startschiffes zerstört. An den 2ten Start kann ich mich etwas besser erinnern, wurde dieser doch durch ein 2-faches Tuten eingeläutet. Ein kurzer Blick nach hinten und zum Startschiff verriet mir, ich war wohl etwas zu früh über die Linie. Also kurzerhand ein bisschen Fahrt aus dem Schiff genommen, die Anderen um mich herum passieren lassen und schnell nochmal zurück zur Linie. Einen Vorteil hat das verspätete Starten – man kann von hinten wunderbar sehen wo wer gerade steht. Im wahrsten Sinne des Wortes, gab es doch überall auf dem See Windlöcher. Eigentlich auch an der glänzenden, sich nicht bewegenden spiegelartigen Wasseroberfläche gut zu erkennen. Dennoch blieb fast keiner der O-Jollensegler von den Windlöchern verschont. Am besten kam wieder Sebastian mit den Verhältnissen klar und hatte schon schnell einen weiten Vorsprung. Auch Axel, der sich immer wieder nach rechts verholte mischte ordentlich vorne mit. Der Wind stabilisierte sich etwas, so dass wirklich gutes Segeln möglich war. Das wohl einzige Windloch auf der letzten Kreuz erwischte jedoch den führenden Sebastian. Man hätte denken können er wäre auf eine Sandbank aufgelaufen. Nicht nur das sein Vorsprung dahin schmolz wie Eis in der Sonne, nein, wir fuhren einfach an ihm vorbei. An der Luv-Tonne drehte der Wind noch einige male hin und her und würfelte die Platzierungen ordentlich durcheinander. Der an der darauf folgenden Lee-Marke stehende Tonnenleger zeigte mit Flagge S das Ende der ersten Wettfahrt an. Am besten mit den Windlöchern und Winddrehern ist Hans zu Recht gekommen und war somit Erster der Wettfahrt. Der Rest folgt ihm wie an der Perlenkette aufgereiht durchs Ziel, der Schreiberling, dann Peter, Jochen und dann Armin als 5ter.

Den Start zur 2. Wettfahrt vergeige ich auch wieder, bin ich doch zu früh unten an der Startboje und muss nochmal abdrehen, na toll. Der Großteil der anderen legt gleich kurz nach dem Start auf Steuerbord um und nur wenige fahren noch ein Stück auf Backbord weiter, bevor auch sie umlegen. Ich entscheide mich noch weiter nach links frei zu segeln, um dann auch auf Steuerbord zu wenden. Das ganze Feld im Fenster schön im Blick. Zu allem Überfluss setzt der Wind – dreimal könnt ihr raten – von links ein. Wie es genau weiter ging weiß ich nicht mehr, es lief ab wie im Film und schwuppdiwupp war keiner mehr vor mir. Lutz machte mir das Leben schwer, dicht gefolgt von Knut, Jochen und Ronald. Zwei Runden mussten noch gesegelt werden bis endlich das rettende Ziel erreicht war.

Die Wettfahrtleitung schickte uns, auch wenn sich der Wind jetzt deutlich stabilisiert hatte, in Anbetracht der guten Windvorhersagen für den morgigen Sonntag zurück an Land. Dort schnell ein schattiges Plätzchen unterm Schuppendach gefunden kam schon der Wirt mit der ersten Trommel kühlender Gerstenkaltschale um die Ecke. Es wurde geschnackt bis zum Abend. Bier und Radler lief reichlich und kam wie von Geisterhand (in Gestalt des Wirtes) aus der Kneipe bis zum Bootsschuppen. Am Abend gab es dann deftiges vom Grill mit unzähligen Salaten abgerundet.

Am Sonntag dann tatsächlich die vorhergesagten Windverhältnisse um 4 Bft. Die Wettfahrtleitung legte einen langen Kurs aus und es konnte losgehen. Bereits nach kurzer Zeit zeigte sich, dass Knut mit diesen Bedingungen am besten klar kam und sich Stück für Stück von seinen Verfolgern absetzen konnte. Nach 3 Runden war er dann auch mit deutlichem Vorsprung der Erster im Ziel. Zweiter wurde Jochen, dicht gefolgt von Peter und Dieter.

Vor dem letzten Rennen hätten noch 4 Segler Ambitionen auf den Gesamtsieg. Einer von denen war Peter, der sich aber gleich zum Start in ein Getümmel und Gewusel an der Startboje einließ und seine Chancen auf den Gesamtsieg aufgeben musste. Der Rest des Feldes startete ungehindert fast ausschließlich auf Steuerbord. Mit nur einer Wende auf der Startkreuz konnte ich mich hinter Knut und Jochen als Dritter einreihen. Das waren auch gleichzeitig die restlichen Drei, die den Gesamtsieg unter sich ausmachen sollten. 2 Runden lang änderte sich nichts an den Platzierungen, als Jochen sich ein Herz nahm und es über links probierte. …und scheiterte. An der letzten Luv-Tonne reihte er sich hinter mir ein. So blieb es dann auch bis ins Ziel. Knut war wieder einmal nicht zu stoppen und sicherte sich mit seinem 2. Laufsieg auch die Gesamtwertung. Punktgleich, aber mit den schlechteren Einzelergebnissen, musste ich mich mit Platz 2 zufrieden geben (war aber trotzdem hoch zufrieden). Dritter wird Jochen, Vierter Peter und Fünfter Lutz.

 

Abschließend möchte ich dem Veranstalter noch einmal Danke sagen, für die super Organisation an Land und auf dem Wasser. Nur wenn beide Komponenten funktionieren kann man von einer gelungenen Veranstaltung sprechen – was hier definitiv der Fall war.

Wir sehen uns 2017 mit hoffentlich mehr Olympiajollen-Seglern am Müggelsee…

 

euer FUNTHOMAS,

aka Thomas Müller-Merx

GER 33

 
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